Handball Hochburg Bietigheim

SG BBM unterliegt beim Deutschen Meister

Die SG BBM Bietigheim musste sich am 6. Spieltag der 1. Handball-Bundesliga beim Deutschen Meister geschlagen geben. Am Samstagabend unterlag der Aufsteiger dem favorisierten SC Magdeburg mit 24:33 (11:16).

Für Linksaußen Alexander Pfeifer war bereits das Einlaufen in der GETEC Arena etwas Besonderes. „Es war mal wieder ein mega krasses Gefühl, hier in der Halle zu stehen. Die Stimmung ist Wahnsinn“, sagte der 25-Jährige nach der Partie. „Ich glaube, davon träumt jedes kleine Kind, das mit Handball anfängt: einmal in so einer Halle vor so einer Kulisse zu spielen.“

Auf dem Feld wurde allerdings schnell deutlich, welche Herausforderung auf den Aufsteiger wartete. Der SC Magdeburg wurde seiner Favoritenrolle früh gerecht und setzte die SG unter Druck. Bietigheim leistete sich im Angriff zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. Nur 45 Prozent der Abschlüsse fanden in der ersten Hälfte den Weg ins Tor, neun Würfe blieben erfolglos.

Dass der Rückstand trotzdem nicht frühzeitig deutlich anwuchs, lag vor allem an Martin Tomovski. Der SG-Keeper kam allein im ersten Durchgang auf neun Paraden und eine Quote von 39 Prozent gehaltener Bälle. Doch auch auf der Gegenseite stand ein starker Torhüter: Magdeburgs Keeper parierte sieben Würfe und kam ebenfalls auf 39 Prozent. So ging es für die SG mit einem 11:16-Rückstand in die Kabine.

Wie außergewöhnlich solche Spiele für einen Aufsteiger sein können, beschrieb Pfeifer anschließend eindrücklich. „Da spielst du lange Zeit in der zweiten Liga und plötzlich steht der SC Magdeburg vor dir.“ Für ihn selbst war es bereits das dritte Duell mit dem SCM – an der besonderen Anspannung änderte das wenig. „Es ist jedes Mal ein Gänsehaut-Moment. Man zittert am Anfang auch ein bisschen, selbst als 25-Jähriger. Es ist ein Wahnsinnsgefühl, hier zu stehen.“

 

Bietigheim antwortet auf Magdeburgs Lauf

Nach dem Seitenwechsel erwischte der Deutsche Meister den deutlich besseren Start. Mit drei Treffern in Folge setzte sich Magdeburg zunächst auf acht Tore ab. Doch Bietigheim ließ sich davon nicht abschütteln. Die SG antwortete ihrerseits mit einem 3:0-Lauf und verkürzte auf 14:19.

Genau diese Reaktion war es, die Pfeifer nach der Partie hervorhob. „Ich bin unfassbar stolz auf unsere Mannschaft, dass wir weiterkämpfen, dass wir von Spiel zu Spiel gehen und gucken, was drin ist. Anders funktioniert es nicht.“

Die SG blieb dran, konnte den Rückstand gegen den abgeklärten Meister aber nicht entscheidend verkürzen. Kapitän Fabian Wiederstein ging dabei voran und verwandelte alle seine fünf Versuche. Auch Pfeifer zeigte sich mit vier Treffern bei fünf Würfen treffsicher. Tomovski beendete die Partie mit einer starken Quote von 33 Prozent gehaltener Bälle.

Das große Manko blieb jedoch die Fehlerzahl. Insgesamt 15 technische Fehler leistete sich die SG. Pfeifer sieht die Ursache auch im Zusammenspiel, das beim Aufsteiger noch nicht über die gesamten 60 Minuten funktioniert. „Wir haben Individualisten, die ein sehr gutes Eins-gegen-Eins haben, aber dieses Zusammenspiel passt noch nicht zu 100 Prozent ineinander“, erklärte der Linksaußen. „Daran müssen wir jedes Training arbeiten.“

 

Musche sorgt für die Entscheidung

Spätestens in der 52. Minute waren die Hoffnungen auf eine Überraschung endgültig dahin. Matthias Musche stellte für den SCM den Neun-Tore-Abstand her. Magdeburg ließ anschließend nichts mehr anbrennen, verwaltete seinen Vorsprung souverän und brachte den 33:24-Heimsieg sicher über die Zeit.

Für die SG gilt es nun, die Erkenntnisse aus dem Auftritt beim Deutschen Meister mitzunehmen und weiter am Zusammenspiel zu arbeiten. Einfacher werden die kommenden Aufgaben für den Aufsteiger allerdings nicht. „Es wird hart. Wir müssen immer mehr machen“, sagte Pfeifer. „Gerade wir als Aufsteiger haben wahnsinnigen Druck, den wir uns vielleicht auch selber machen. Aber den brauchen wir auch – und daran müssen wir wachsen.“

Die nächste große Herausforderung wartet bereits am kommenden Wochenende: Am Samstag, 3. Oktober, empfängt die SG BBM Bietigheim die Füchse Berlin in der heimischen EgeTrans Arena. Anwurf ist um 20 Uhr.

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