Handball Hochburg Bietigheim

SG BBM sieht kein Land in Gummersbach

Aufsteiger Bietigheim kann sich beim Gastspiel in Gummersbach nicht freischwimmen und geht am Freitag in der SCHWALBE arena mit 37:27 (21:13) Toren unter.

Es scheint geradezu, dass die SG BBM der richtige Gegner zur richtigen Zeit ist für die Oberbergischen. Die ausverkaufte Halle feiert sich und ihr Team. Gummersbach zeigt mit einem Offensivspektakel, dass erfolgreicher Handball auch schöner Handball sein kann. Die Schwaben-Handballer geraten beim Traditionsverein an diesem Abend nahezu in die Statistenrolle.

Die Trendwende nach jetzt 13 sieglosen Spielen gestaltet sich für den Drittletzten der Tabelle unheimlich schwierig. Eine Woche nach der 24:39-Heimschlappe gegen den THW Kiel kassieren die Jungs von Iker Romero die nächste zweistellige Niederlage. Der Spanier sieht dieselben Schwächen seines Teams wie vor Wochenfrist: „Wie gegen Kiel war das Spiel nach zehn Minuten fast vorbei für uns. Wir machen viele technische Fehler, haben so viele Situationen, in denen wir Gummersbach die Chance zum Tempogegenstoß geben und war nicht kompakt in der Abwehr.“

Beim Stand von 6:1 nimmt Romero seine erste Auszeit, doch erst nach 13 Minuten gelingt Kapitän Paco Barthe der zweite Treffer der SG BBM zum 8:2. Und erst nach dem 10:2 für die Hausherren können die Bietigheimer Handballer erstmals eine Spielphase für sich verbuchen und zum 10:6 verkürzen. Doch solche Momente bleiben an diesem Freitag ein Strohfeuer. Gummersbach war in keiner Phase des Spiels anzumerken, dass da noch ein European League-Gruppenspiel unter der Woche mit einer Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt irgendwo in den Knochen stecken musste. Gummersbach geht mit einer 21:13-Führung in die Pause.

VfL-Coach Gudjon Valur Sigurdsson hatte entsprechend viel Freude am Auftritt seiner Truppe: „Ich bin sehr zufrieden, wie wir das Spiel begonnen haben. In der 1. Halbzeit haben wir sehr effektiv im Angriff und in der Abwehr gespielt, hatten kaum Fehlwürfe und technische Fehler. Ein großes Lob an die Mannschaft für diese Effektivität.“

„Gummersbach spielt im Moment in Topform“, sekundierte auch SG BBM-Cheftrainer Iker Romero. Auf der positiven Seite muss an diesem Abend schon verbucht werden, dass die SG BBM den 8-Tore-Pausenrückstand lange Zeit im zweiten Abschnitt halten kann. In der 49. Minute trifft Gonzalo Pérez per Siebenmeter zum 29:23. Am Ende hat der spanische Flügelflitzer 13 Tore auf seinem Konto, versenkt dabei fünf seiner sechs Würfe aus sieben Metern. Die rechte Angriffsseite der SG BBM kreierte die höhere Chancenzahl.

Doch auch diese Phase entpuppt sich als kurzes Strohfeuer. Minute 48 markiert auch die erste Bietigheimer Torhüterparade überhaupt in dieser Partie. Beide Torsteher der SG BBM waren gegen die gnadenlose Wurfeffektivität, die Gummersbach am Freitag aufs Parkett legte, auf verlorenem Posten. Gummersbach macht seinen Erfolg in der Schlussphase noch zweistellig.

„Es ist gut, dass wir jetzt zwei Wochen Pause haben vor dem Finale gegen Potsdam“, sagt Romero. „Das gibt uns genügend Zeit einiges zu korrigieren. Die letzten beiden Niederlagen werden sicher noch einige Tage in den Köpfen stecken.“


VfL Gummersbach: Kuzmanovic, Obling; Vidarsson (6), Kodrin (1), Vujovic (5/2), Köster (5), Blohme (3), Häseler (3), Schluroff (6), Tskhovrebadze (1), Mahé, Pregler (4), Horzen (2), Kiesler, Zeman (1).

SG BBM: Baranasic, Genz; Vlahovic (3), Kühn (2), Claus (1), Wolf, de la Peña (1), Nicolaus, Wiederstein, Pérez Arce (13/6), Barthe (2), Strosack, Pfeifer, Fischer (2), Hermann (1), Hejny (2).

Zeitstrafen: Vidarsson (2.), Blohme (6.), Köster (44.), Pregler (55.) - Vlahovic (2.), Nicolaus (49.).

Siebenmeter: 2/2 – 6/8

Spielverlauf: 8:1 (13.), 10:2 (14.), 10:6 (18.), 14:7 (22.), 17:12 (28.), 21:13 (30.), 26:17 (41.), 28:21 (46.), 29:23 (49.), 33:24 (52.), 35:25 (53.), 37:27 (60.)

Schiedsrichter: Lucas Hellbusch / Darnel Jansen (DHB Internationale Schiedsrichter)

Zuschauer: 4132 (SCHWALBE arena, Gummersbach), ausverkauft.

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