Handball Hochburg Bietigheim

Rekordmeister in der EgeTrans Arena

Für viele Handballfans in der Region ist es das Spiel des Jahres, für die Jungs von Iker Romero eine weitere Chance auf dringend benötigte Punkte, die man nicht ohne Gegenwehr abschreiben will. Am Freitag (20 Uhr) gibt sich der Rekordmeister THW Kiel in der Bietigheimer EgeTrans Arena die Ehre.

23-facher Deutscher Meister, zwölffacher DHB-Pokalsieger, viermal Gewinner der Champions League, vierfacher EHF-Pokalsieger. Das sind die nackten Zahlen hinter der Erfolgsgeschichte des Turnvereins Hassee-Winterbek e.V. von 1904, die selbst in einer deutschen Handballlandschaft, in der es an Traditionsvereinen nicht mangelt, eine herausragende Stellung einnimmt. Der THW Kiel ist der einzige Verein, der seit ihrer Gründung der eingleisigen Handball-Bundesliga angehört. Das Jahr 1994 bringt den ersten Meistertitel in den 90ern, seither der Weg zu den nationalen Titeln immer wieder nur über die Ostsee-Handballer. In die Ära von Chefcoach Zvonimir Serdarušić fallen bei den „Zebras“, wie das Team aufgrund seiner schwarz-weiß gestreiften Trikots genannt wird, elf deutsche Meisterschaften und 2007 der erste Champions League Titel. Später kommen unter Alfred Gislason sechs weitere Meistertitel hinzu. Die Sammlung seines Schülers, Nachfolgers und aktuellen THW-Cheftrainers Filip Jicha umfasst auch schon drei Meisterschaften.

Und dennoch scheint die Dominanz der Fördestädter aktuell nicht mehr vergleichbar zu sein mit vergangenen Jahren, beispielsweise mit jener legendären Saison 2011/12, als der THW sich mit 68:0 Punkten den deutschen Titel und das Titel-Tripel sicherte. Das Rennen um die Meisterschaft ist spannender als in vielen vergangenen Spielzeiten. Die Teams aus Melsungen und Hannover-Burgdorf führen vor dem 21. Spieltag die Liga an. Bis hinunter zu Platz 6 reicht aktuell das Feld der potenziellen Titelkandidaten, der THW Kiel ist passend zum eigenen Selbstverständnis auf Rang Vier und mit 30:10 Punkten mit in der Verlosung.

Zu Beginn der Rückrunde zollt ein fast ausnahmslos mit aktuellen oder früheren Nationalspielern gespicktes Team wie der THW Kiel der zurückliegenden kräftezehrenden WM und der Mehrfachbelastung in nationalen und internationalen Wettbewerben einen unvermeidbar scheinenden Tribut. Kapitän Domagoj Duvnjak fällt weiter aus. Immerhin waren zuletzt mit Harald Reinkind und Nikola Bilyk zwei langzeitverletzte Spieler zurück im Kader und absolvierten im letzten Ligaspiel gegen den HC Erlangen (28:24) erste Kurzeinsätze. Im eng getakteten Spielplan ist Organisationstalent gefragt. Nach dem 35:30-Erfolg in der Hauptrunde des EHF European League in Porto am Dienstag bleiben die Ostsee-Handballer zwei weitere Tage in der portugiesischen Hafenstadt an der Atlantikküste und reisen über Frankfurt direkt zum Spiel in der EgeTrans Arena.

Gut möglich, dass der letzte Auswärtsauftritt des THW Kiel in der Liga bei beiden Teams in der Spielvorbereitung ein Thema ist. Bei der HSG Wetzlar setzte es für den Tabellenvierten eine überraschende und sicher schmerzhafte 27:25-Niederlage. Zeigt das Ergebnis doch sowohl dem Topteam aus Kiel als auch der SG BBM Bietigheim, dass in der Liga alles möglich ist. Die Moral ist beim Aufsteiger trotz einer Serie von zuletzt elf sieglosen Spielen intakt. Sowohl im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (27:28), als auch bei der 37:36-Niederlage in Hamburg sind die Bietigheimer Handballer um Kapitän Paco Barthe ganz nahe an den Punkten. Die Schwaben stehen auf dem 16. Tabellenplatz genau dort, wo sie auch nach dem 34. Spieltag landen wollen. Und eines ist am Freitag sicher: Iker Romero‘s Jungs werden versuchen, dem Team um Nationalkeeper Andreas Wolff einen heißen Kampf zu liefern.

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