Vor der Frauenhandball-EM

aus der Bietigheimer Zeitung, 3.11.22 von bzh

Xenia Smits, die Rückraumspielerin der SG BBM, hofft bei der EM auf eine Medaille. Insgesamt sind acht Bietigheimer Akteurinnen bei den kontinentalen Titelkämpfen aktiv.

Erstmals findet eine Frauenhandball-Europameisterschaft in gleich drei Ländern statt. Montenegro, Nordmazedonien und Slowenien richten die Titelkämpfe vom 4. bis 20. November aus. 16 Länder nehmen teil, die SG BBM Bietigheim ist mit acht Spielerinnen vertreten.

Nach dem Ausfall von Linksaußen Antje Döll, die sich im EM-Testspiel Deutschlands gegen Ungarn eine Knieverletzung zuzog, kann Markus Gaugisch, in Personalunion Bundestrainer und Coach der SG BBM Bietigheim, mit Xenia Smits, Julia Maidhof und Jenny Behrend noch auf drei Bietigheimerinnen zurückgreifen. Für die Niederlande kämpfen Inger Smits und Kelly Dulfer um die Medaillen, außerdem sind von den Ellentälerinnen Melinda Szikora (Ungarn), Trine Østergaard (Dänemark) und Kaba Gassama (Spanien) bei der EM dabei.

Bei den vergangenen großen Turnieren kam die deutsche Auswahl nicht unter die besten vier. Jetzt soll es besser laufen. „Wir sind als Mannschaft extrem gewachsen, haben uns sehr gut weiterentwickelt und brauchen keine Angst mehr zu haben“, erklärt Xenia Smits. „Respekt ist okay, aber wir können selbstbewusst auftreten und kennen unsere Qualitäten. Wenn wir die nutzen, ist vieles drin!“

Den gestiegenen Optimismus förderten die starken Auftritte der SG BBM in der Champions League. „Wir haben viele internationale Erfahrungen gesammelt und waren bisher sehr erfolgreich. Dieses positive Gefühl wollen wir ins Nationalteam mitnehmen und auf die Mannschaft übertragen“, sagt die 28-jährige Rückraumakteurin, die zu den weltbesten Abwehrspielerinnen gehört.

Vor elf Monaten wurde Deutschland bei der WM in Spanien Siebter. Es folgte ein Trainerwechsel und mit dem anstelle von Henk Groener auf der Kommandobrücke stehenden SG-Erfolgscoach Markus Gaugisch kam Zuversicht ins Team. „Markus macht hier vieles ausführlicher als bei der SG, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Aber es ist klar, dass er als Nationaltrainer kein anderer Mensch ist“, verdeutlich Xenia Smits. „Er fährt die gleiche Taktik und hat keine anderen handballerischen Ansichten als im Verein.“

Der Weg unter die letzten vier, die am 18. und 20. November in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana die Medaillen ausspielen, hat es in sich. „Leichte Spiele gibt es bei der EM nicht“, weiß Xenia Smits. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir bereits in der Vorrunde abliefern.“ Im montenegrinischen Podgorica spielt das deutsche Team gegen Polen (5. November), Gastgeber Montenegro (7. November) und Spanien (9. November). Glückt der Sprung in die Hauptrunde, könnte es dort unter anderem zum Duell mit den für die Niederlande spielenden SG-Kolleginnen Inger Smits und Kelly Dulfer kommen.

Als gebürtige Belgierin versteht Xenia Smits die holländische Sprache, ist auch zuversichtlich, dass das DHB-Team den Weltmeister von 2019 knacken kann. Mit 14 Jahren kam sie 2008 aus Antwerpen nach Deutschland, absolvierte 2014 ihr erstes von inzwischen 89 Länderspielen. Besuche bei der Familie sind angesichts des prall gefüllten Spielplans selten. Aber wenn es damit klappt, führt an den berühmten belgischen Fritten kein Weg vorbei: „Mindestens einmal muss das sein“, meint Bietigheims aktuelle Kapitänin schmunzelnd.

Zuvor sind handballerische Leckerbissen von der deutschen Auswahl gefragt. „Wir hatten in der Vorbereitung auf die EM gute Spiele – unter anderem gegen Olympiasieger Frankreich. Der Glaube ist da, dass wir es endlich einen Schritt weiter schaffen werden. Und das stimmt uns alle sehr positiv. Es kann losgehen!“

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