Reise in eine andere Welt

Das Jahr hat für die Frauen der SG BBM alles andere als ruhig begonnen: Acht Spiele standen im Januar auf dem Programm der Bietigheimerinnen. Den Abschluss des Hammermonats machte die Partie beim russischen Topteam Rostov-Don, das sich ursprünglich für die Champions League qualifiziert hatte.

Das Los, in den Süden Russlands reisen zu müssen, betitelte Cheftrainer Martin Albertsen bereits direkt nach der Auslosung als “großes Pech”. Und obwohl der Ablauf vor Ort reibungslos funktionierte, sind die Strapazen der langen Reise tatsächlich nicht spurlos am Team vorbeigegangen. „Wir hatten ein super Hotel und auch das Essen war gut – da können wir uns wirklich nicht beschweren. Aber die Reise war natürlich schon beschwerlich. Im Endeffekt hatten wir fast 30 Stunden Reisezeit, um eine Stunde zu spielen“, so SG-Kapitänin Nina Müller.

Die Reise steckte den Spielerinnen am Samstag ebenso in den Knochen wie die anstrengenden letzten Wochen. Bereits im Vorfeld war sich Trainer Albertsen sicher, dass sich seine Schützlinge beim großen Gruppenfavoriten in der Außenseiterrolle wiederfinden würden, zumal der russische Meister eine Woche zuvor in der Ludwigsburger MHPArena mit 23:20 Toren gewonnen hatte. In der Szene wird zudem von einem Etat von vier Millionen Euro gemunkelt – einer Summe, die in Deutschland unvorstellbar ist. Kein Wunder also, dass Weltstars wie die Spanierin Alexandrina Cabral Barbosa, Siraba Dembele aus Frankreich oder die Brasilianerin Ana Paula Rodrigues für Rostov-Don auflaufen. Ebenso wie die vier Nationalspielerinnen, mit denen sich Russland bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille sicherte. Mit 24:34 mussten sich die Bietigheimerinnen daher am Ende auch im Rückspiel gegen die Weltelite aus Rostov geschlagen geben.

Bereits am frühen Morgen nach dem Spiel stand die Rückreise an. „Es blieb weder Zeit für Regeneration noch für Sightseeing oder einen Stadtbummel – eigentlich haben wir außer dem Weg zum Hotel und zur Halle nichts von Russland gesehen. Das war schon außergewöhnlich – und sehr anstrengend. Wir waren bereits bei der Ankunft in Rostov total übermüdet und das hat sich bis zur Ankunft in Bietigheim eigentlich nicht geändert. Aber das ist manchmal eben das Los, wenn man international spielen möchte.“

Schon am kommenden Samstag geht es im Europacup weiter, wenn die SG-Frauen in Trondheim weiter um das Erreichen des Viertelfinales kämpfen.

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