Bietigheim muss sich nach großem Kampf knapp geschlagen geben

Bietigheim muss sich nach großem Kampf knapp geschlagen geben

Am 4. Spieltag der EHF Champions League musste sich die SG BBM Bietigheim nach großem Kampf dem europäischen Topteam Rostov-Don mit 31:32 (16:17) geschlagen geben. Das Spiel fand kurzfristig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das Finalhinspiel des Europapokals Ende April 2017 zwischen der SG BBM Bietigheim und Rostov-Don verfolgten noch 3.800 Zuschauer in der ausverkauften und stimmungsgeladenen MHPArena. Das heutige mit viel Vorfreude heiß erwartete Champions League-Match stand jedoch unter komplett anderen Vorzeichen.

Die Verantwortlichen der SG BBM Bietigheim wurden am Samstagabend um 21:45 Uhr vom Landesgesundheitsamt informiert, dass die heutige EHF Champions League-Partie coronabedingt ohne Zuschauer stattfinden darf. Somit mussten die SG-Ladies kurzfristig vor der heutigen Mammutaufgabe gegen das europäische Schwergewicht auf die Unterstützung ihrer treuen Fans schmerzlich verzichten. Die SG BBM verkündetet die traurige Nachricht umgehend auf allen Kanälen, jedoch erreichte diese nicht alle Fans, so dass es vor der geschlossenen MHPArena zu nachvollziehbaren enttäuschten Reaktionen kam, für die sich der Verein unverschuldet entschuldigt.

Zum Sportlichen: Auf Seiten der SG BBM fehlten die verletzte Karolina Kudlacz-Gloc und die angeschlagene Stine Jørgensen. Julia Maidhof erzielte den ersten Treffer in dieser mit Spannung erwarteten Partie, in der die Bietigheimerinnen von Anfang an konzentriert aufspielten und sicher in der Defensive standen. Nach acht absolvierten Minuten lagen die Gastgeberinnen, die Schwerstarbeit verrichten mussten, mit 4:2 vorne. In der 12. Minute glichen die favorisierten Gäste zum 5:5 aus. Das teilweise ruppig geführte Spiel gestaltete sich im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit ausgeglichen. Rostov tat sich schwer gegen leidenschaftlich agierende Bietigheimerinnen, ging in der 20. Minute zum ersten Mal in Führung, baute diese danach aus. SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch sah sich deshalb veranlasst, beim 14:11 gegen sein Team nach 23 Minuten, die grüne Karte auf den Tisch zu legen. Danach kämpften sich seine Ladies auf 14:15 heran. Mit einem achtbaren 16:17 ging es in die Halbzeitpause.

Amelie Berger glich zu Beginn des zweiten Abschnitts zum 17:17 aus. Im Tor der SG BBM stand nun Valentyna Salamakha, die ihr Team mit einigen überragenden Paraden im Spiel hielt. Ihre Kolleginnen in der Offensive lieferten ebenso eine konzentrierte Leistung ab und bauten die Führung nach 36 gespielten Minuten auf 21:18 aus, worauf Rostov-Coach Per Johansson seine Auszeit nahm. Danach haute Luisa Schulze das umjubelte 22:18 in die Maschen. Bietigheim versäumte in den folgenden Spielminuten, den möglichen Vorsprung auszubauen. Stattdessen kam Rostov nach 40 Minuten wieder auf 22:21 heran – Markus Gaugisch nahm folgerichtig seine Auszeit. Es blieb ein Spiel auf Messersschneide – Spannung pur in der leider leeren MHPArena. Anna Sen hielt die Hoffnungen ihrer Mannschaft mit einigen individuellen Energieleistungen und erfolgreichen Torabschlüssen auf Kurs. Mit 27:29 ging es in die letzten zehn Minuten dieser unterhaltsamen Begegnung. In der 56. Minute lag Rostov mit 32:30 in Front, als Per Johansson seine letzte grüne Karte legte. Xenia Smits markierte das 31:32, mit dem es in die Schlussminute ging. Bietigheim erkämpfte sich nach einem lange vorgetragenen Angriff der Russinnen 30 Sekunden vor Abpfiff den Ball. Sofort nahm Markus Gaugisch eine gut getimte Auszeit. Dramatik pur – die SG BBM mit der Chance auf den Punktgewinn. Leider gelang es den SG-Ladies nicht mehr zu einem freien Torabschluss zu kommen, der direkte Freiwurf von Kim Naidzinavicius landete unglücklich am Lattenkreuz, wodurch es beim knappen Sieg für Rostov blieb.

Schade, dass dieses Match ohne Zuschauer stattfand, sie wären wahrscheinlich das Zünglein an der Waage sein können und hätten vermutlich mit ihrer Mannschaft einen Punktgewinn gefeiert.

SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch: „Meine Mannschaft hat heute ein starkes Spiel gegen das europäische Topteam abgeliefert. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftreten, leider nicht mit dem Ergebnis. Es war eine sehr enge Partie und kein Vergleich zu unserem letzten Spiel in der Handball Bundesliga Frauen gegen die Kurpfalz Bären.“

Tore: Antje Lauenroth 7, Luisa Schulze 6, Julia Maidhof 5, Kim Naidzinavicius 4/2, Xenia Smits 4, Amelie Berger 3, Trine Østergaard 2

Am kommenden Mittwoch, 14. Oktober, empfängt die SG BBM Bietigheim in der Handball Bundesliga Frauen SV Union-Halle Neustadt.

Ob dann wieder Zuschauer zugelassen sind, entscheidet sich im Laufe des Montags.

Alle News

Spiele

Tabelle