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Weibliche B-Jugend ist Deutscher Vizemeister

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter der weiblichen B-Jugend. Die vier stärksten B-Jgd.-Mannschaften Deutschlands trafen sich in Kerken, nahe der holländischen Grenze, zum großen Saisonfinale. Wer würde in diesem Jahr den Deutschen Meistertitel mit nach Hause nehmen?

Nach einer langen aber schönen Busfahrt, trifft das Team am Freitagnachmittag in Straelen ein. Die kleine Nachbargemeinde des eigentlichen Austragungsortes Kerken sollte für die kommenden beiden Tage unser zuhause sein. Schnell ist das schön gelegene und zum Wohlfühlen einladende Hotel bezogen. Deutschlandflaggen und Bietigheim-Fahnen zeigen den Gästen, hier sind Sportler aus dem Schwabenland zu Hause, die sich auf ein tolles Wochenende freuen.

Bei herrlichem Wetter schlendert das Team gegen Abend dann zum nahegelegenen Spanier und lässt es sich dort kulinarisch gut gehen – ohne natürlich eine sportadäquate Nahrungsaufnahme außer Acht zu lassen. Im Anschluss beendet dann das Team im eigens eingerichteten Mannschaftsraum den Tag. Voller Vorfreude auf alles, was kommen würde, geht es dann für die jungen Sportlerinnen zu Bett.

Samstag – Halbfinale

Pünktlich um 9:00 sitzen die Mädels beim Frühstück. Schon jetzt ist es spürbar. Das ist kein normaler Samstag. Doch Lachen und gute Stimmung begleiten das Team an diesem Morgen. Als sich das Team dann anschließend im Mannschaftsraum final auf den Gegner einstellt, wird es langsam prickelnd. Beim Blick auf die Deutschlandfahne wird allen klar, welch wunderbare Geschichte die Mädels erleben dürfen. Jede ist mit Freude dabei. Dieses Team ist zusammengewachsen. Dieses Team will. Dieses Team ist heiß. Das Halbfinale gegen Aldekerk kann kommen. Die taktische Marschroute wird ein letztes Mal verinnerlicht und die Sportlerinnen wappnen sich, um in einer knallvollen Halle gegen den Ausrichter des Turniers anzutreten. Die Mädels können es kaum noch erwarten…

Abfahrt nach Kerken. Dort ist bereits alles vorbereitet und wir werden herzlich empfangen. Auch wenn wir an diesem Wochenende Gegner sind, verbindet uns alle die gemeinsame Leidenschaft für eine herrliche Sportart. Was dann folgt, ist für die Mädels bereits Routine. Die gewohnte Vorbereitung auf das Spiel nimmt ihren Lauf. Und dann ist es endlich so weit. Nach kurzer Begrüßung durch Doris Birkenbach, stellvertretende Vorsitzende der Jugendkommission des Deutschen Handballbundes, folgt der Einlauf der beiden Teams: Jetzt sind wir angekommen. Und dann kommt Aldekerk. Die Halle wird laut. Sehr laut.

Gleich zu Beginn der Partie nehmen unsere Mädels das Heft in die Hand und zeigen, wohin dieses Spiel gehen soll. Die Abwehr steht stabil. Im Tor ist Beton angerührt und ein ums andere Mal schlagen die Bälle ins gegnerische Gehäuse ein. Tor um Tor gelingt es, sich abzusetzen. Doch Aldekerk hält, unterstützt von einer grandiosen Kulisse, dagegen. Aber der Coup gelingt: Unsere Mädels halten dem Druck Stand und die Stimmung in der Halle ist für das Team wie Rückenwind. Darauf scheinen sie sich vorbereitet zu haben. Auf allen Positionen sind die Mädels dem Gegner eine Nasenspitze voraus. Und das reicht, um das Spiel in die richtige Richtung zu lenken. Beim Halbzeitstand von 13:7 werden die Seiten gewechselt. Das Team spürt, dass ein Finaleinzug möglich ist. Das bringt Energie und das Spiel wird zunehmend klarer: Als die Schlusssirene im Jubel der Mädels untergeht, steht es 25:17 für Bietigheim. Wer genau hinsieht, nimmt die Tränen in den Augen wahr. Die Emotionen brechen aus und die Mädels tanzen übers Feld. Es ist tatsächlich wahr geworden. Die Mädels stehen im Finale!

Freude wird noch größer, wenn man sie teilt. Daher heißt es am Abend Aufbruch zum gemeinsamen Abendessen mit allen, die die Mädels an diesem Wochenende begleiten. Eltern, Fans, Oma, Opa, Bruder, Schwester, Busfahrer und sogar Hund Sammy sind dabei. Unserer Organisationsfee Claudi Kynast sei für das kleine, aber sehr feine italienische Restaurant gedankt, in dem dieser Abend einen schönen Ausklang findet. Während die Eltern noch das eine oder andere Gläschen Köstlichkeit zu sich nehmen, brechen die Mädels auf, um auch heute rechtzeitig Schlaf zu finden und für den morgigen Tag gerüstet zu sein.

Sonntag – Finale

Wie schon am Vortag „geübt“, nimmt auch dieser Vormittag einen gewohnten und ruhigen Verlauf. Die Ruhe tut gut und gleicht die Anspannung, die noch kommen würde, aus. Wieder wird die gemeinsame Marschroute für die heutige Begegnung besprochen, schließlich haben die Mädels ihren heutigen Gegner in dessen gestrigem Halbfinale genauestens unter die Lupe nehmen können. Auch wenn Dortmund sehr stark ist, will und wird das Team angreifen, um den Titel in das schöne Enztal nach Bietigheim zu holen…

Nach dem Check-Out geht es dann los in Richtung Halle. Der Hallensprecher peitscht die Zuschauer an und überschlägt sich fast, als er endlich die beiden Teams ankündigen darf. Das Finale der deutschen Meisterschaft 2017/18. Dortmund gegen Bietigheim. Die „Traumbegegnung“ die viele erwartet und sich erhofft hatten.

Vor Anpfiff dann noch der Moment, der sicherlich für Spieler und Eltern immer ein bewegender ist. Unsere Bietigheimer Mädels stehen beim Klang der Nationalhymne auf dem Feld. Ein einzigartiger Augenblick. Und dann beginnt der große Showdown. Die Schiedsrichter pfeifen an und beide Teams drehen auf. Was Dortmund zeigt, ist überragend, aber auch unsere Mädels halten voll dagegen. Das macht Spaß! Nach anfänglichem Rückstand gehen unsere Mädels sogar in Führung. Bei der ersten 2-Tore Führung scheint Dortmund mehr als nur überrascht zu sein. Doch auch Dortmund kann Handball spielen und die Mädels mit den schwarz-gelben Trikots drehen das Blatt.

In einem enorm kraft intensiven und schnellen Spiel hauen die Mädels alles raus was geht. Jeder spielt im Grenzbereich und voll am Limit. Die Zuschauer haben ihre Freude, denn die Begegnung entwickelt sich zum erhofften knappen Spiel. Das verspricht Spannung. Mit minus zwei Toren (11:9) geht es in die Kabine. Durchschnaufen. Auch für die Zuschauer. Eine Abkühlung in der gut aufgeheizten Halle tut gut. Weiter geht’s: Zweite Halbzeit. Leider aber können unsere Mädels das Tempo und die Intensität nicht aufrechthalten; zu kräftezehrend waren die ersten 25 Minuten gewesen. Tor um Tor setzt sich Dortmund ab und nähert sich dem Sieg. Weiterhin kämpfen unsere Mädels auf allen Positionen, doch es reicht nicht gegen einen an diesem Tage stärkeren Gegner. Dortmund gewinnt verdient und holt sich mit einem 23:16 den Deutschen Meistertitel. Wir gratulieren als faire Sportler und freuen uns miteinander, als unsere Joelle zur besten Torhüterin des Turniers gewählt wird.

Schon bei der Siegerehrung sind die Gedanken der Enttäuschung verflogen. Die Mädels beginnen zu begreifen, was sie hier und über den Verlauf der gesamten Saison eigentlich erreicht haben. Sie haben nichts verloren, sondern etwas Wunderbares gewonnen. Dieser Gedanke braucht etwas Zeit, aber man sieht es den Gesichtern an: langsam weicht die Traurigkeit der Freude über das Erreichte. Spätestens beim Mannschaftsbild mit Medaille, Wimpel, Pokal und Blumen können alle wieder lachen. Und das mit allem Grund, denn die Mädels sind Deutscher Vizemeister der Saison 2017/2018.

Diese Freude schlägt sich dann auch auf der Heimreise durch. Woher die Energie kommt, volle fünf Stunden im Bus zu feiern, bleibt ein Rätsel; aber offensichtlich schaffen es die Mädels ein zweites Mal an diesem Tag an ihre Grenzen zu gehen. Aber darüber hüllen wir den Mantel des Schweigens …

Mit dabei auf dieser wundervollen Reise waren:

Alina Kynast, Ann Kynast, Luana Klopfer, Nina Gottschalk, Helena Joos, Noemi Hoefs, Ellen Karpf, Laura Aurenz, Meike Becker, Fabienne Hege, Nina Kranich, Joelle Arno, Rena Keller, Leonie Patorra, Hannah Hönig und die beiden Betreuer Cornelius Väth und Bianca Dinkel.

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