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Verfolgerduell zwischen Emsdetten und Bietigheim

Das Verfolgerfeld des verlustpunktfreien Zweitliga-Spitzenreiters Bergischer HC präsentiert sich vor dem 16. Spieltag dicht gedrängt. Die Mannschaften von Platz 2 bis 10 trennen nur maximal drei Punkte. Da sind Verfolgerduells vorprogrammiert, wie am Samstag zwischen dem TV Emsdetten (19:11 Punkte) und der SG BBM Bietigheim (21:9). Die Bietigheimer Handballer wollen in diesen Duellen in der oberen Tabellenhälfte keinen Boden verlieren und ihre mit zurzeit 8:6 Punkten positive Auswärtsbilanz wahren.

„Das wird ohne Frage eine schwere Aufgabe“, ist sich SG BBM-Trainer Hartmut Mayerhoffer vor dem Auftritt in der Emshalle (Zuschauerschnitt 1357) bewusst. Dennoch will der Tabellenvierte nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Mit Sicherheit wird eine konzentriertere Leistung von Nöten sein als zuletzt, um in Emsdetten bestehen zu können. Zwar musste am vergangenen Freitag im Top-Spiel gegen den im bisherigen Saisonverlauf souverän auftretenden Spitzenreiter Bergischer HC eine Niederlage einkalkuliert werden. Die Bietigheimer Handballer verloren jedoch bei der ersten Heimniederlage in dieser Saison 23:33 ganz wesentlich ihre spielerische Linie.

„Wir haben deshalb in dieser Woche nochmal intensiv an unseren Abläufen und Automatismen gearbeitet“, sagt Mayerhoffer. „Wir müssen einige Dinge besser machen als in den letzten beiden Spielen“. Dazu gehört neben einer Steigerung der Abwehr/Torhüterleistung auch, die Fehlerquote im Angriffsspiel zu minimieren. „Beides war schon unsere Zielsetzung für das Spiel gegen den Bergischen HC. Jedem ist klar, dass wir uns hier wieder stabilisieren müssen“, so Mayerhoffer. Letzten Endes beschwört der Coach der Schwaben das, „worüber sich der Handball definiere“: Physis, Leidenschaft, Kampfgeist. „Wir müssen wieder mit mehr Emotionen spielen.“

Der TV Emsdetten ist eine Mannschaft, die besonders in der heimischen Emshalle sehr dominant auftreten kann. Zuletzt bekam das mit dem VfL Lübeck-Schwartau ein weiteres Team aus der oberen Tabellenhälfte zu spüren. Die Marmeladenstädter wurden mit einer zweistelligen Niederlage (22:32) nach Hause geschickt. Aber auch auswärts kann sich die Truppe des früheren Bundesliga-Profis und tschechischen Nationaltrainers Daniel Kubeš behaupten, wie das jüngste 25:25-Unentschieden beim favorisierten HBW Balingen-Weilstetten beweist.

Damit wurde eine kurze Schwächephase endgültig zu den Akten gelegt. Vier Niederlagen in Folge kosteten den Münsterländern aktuell eine bessere Platzierung. Große Stärke ist neben ihrer individuellen Qualität die Eingespieltheit beim Tabellenachten. Neben Torhüter Konstantin Madert (früher Rimpar Wölfe) zählen Merten Krings, der Niederländer Jasper Adams im linken Rückraum oder André Kropp am Kreis zu den Stützen des Teams. „Krings spielt eine außergewöhnliche Rolle im Team“, sagt Mayerhoffer zum Spielmacher, der neben Hildesheims Savvas Savvas bester Feldtorschütze der Liga ist. Hinzugekommen ist in dieser Saison mit Dirk Holzner ein torgefährlicher Linksaußen. Der frühere Eisenacher liegt mit 106 Saisontreffern (davon 39 vom Siebenmeterpunkt) ligaweit mit in der Spitzengruppe. „Ein extrem torgefährliches Team“, urteilt Mayerhoffer.

Begegnungen zwischen Emsdetten und Bietigheim waren in der Vergangenheit durchweg enge Angelegenheiten. Die letzten fünf Spiele endeten jeweils mit nur einem Tor Differenz, mit einem Übergewicht von 4:1 Siegen für Emsdetten. „Wenn es am Ende wieder so knapp wird, dann haben wir bis dorthin einiges richtig gemacht“, sagt Mayerhoffer.

Bericht: Bernhard Gaus

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