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SG-Frauen auf der Schwelle zum Europapokal-Finale

SG-Frauen: Auf der Schwelle zum Europapokal-Finale

Vor Nykøbing gewarnt: „Die Dänen sind Experten im Tempospiel.“

Nur noch einen Schritt vom Finale um den Europapokal entfernt: Wenn die Handball-Frauen der SG BBM Bietigheim am Sonntag (16.50 Uhr, Scandlines Arena Nykøbing Falster) gegen das dänische Top-Team NFH Nykøbing Falster Håndboldklub antreten, bringen sie aus dem Halbfinalhinspiel vor einer Woche einen Vorsprung von elf Toren mit an die Westküste Dänemarks. „Aber: NFH hat in der Gruppenphase des EHF-Pokals schon einmal zuhause mit 12 Toren gewonnen“, warnt SG-Trainer Martin Albertsen.

Der Däne – am Montag 43 Jahre alt geworden – kennt die Mannschaft aus seiner Heimat natürlich sehr gut und weist deshalb darauf hin, dass der sonntägliche Gegner das russische Spitzenteam Handball Club Lada mit 35:23 (18:14) Toren abgefertigt hat. Und das will etwas heißen, denn das Rückspiel verlor Nykøbing dann mit 32:35 (17:17). „Das wird am Ostersonntag also ein sehr schwieriges Spiel für uns“, ist Albertsen überzeugt.

Martin Albertsen: „Wir fliegen nach Dänemark und wollen gewinnen!“

Doch bange machen gilt nicht: „Wir fliegen nach Kopenhagen und wollen in Nykøbing gewinnen!“ Mit dieser selbstbewussten Ankündigung schickt Martin Albertsen eine Kampfansage an seine Landsleute. „Wir sind natürlich froh, dass wir mit elf Toren Vorsprung im Rücken dort antreten werden, aber wir müssen unbedingt mit derselben Aggressivität in der Abwehr und demselben Fokus wie im Hinspiel in Ludwigsburg in diese 60 Minuten reingehen.“

„Das wird ein schnelles Spiel“, hatte Bietigheims Trainer bereits vor der ersten Partie prophezeit – und Recht behalten. Das dänische Team, so sagte er damals, habe sehr viel Speed, arbeite viel mit schnellen Gegenstößen und mit der schnellen Mitte. Doch dann waren es die SG-Frauen, die – vor allem in der zweiten Halbzeit – mit ihrem schnellen Spiel überraschten und mit einer ständigen Vergrößerung ihres Vorsprungs. Gestützt auf eine glänzende Vorstellung von Torhüterin Valentyna Salamakha lagen die Gastgeberinnen acht Minuten vor dem Ende sogar mit 15 Treffern in Front (36:21) und durften am Ende einen hochverdienten 38:27-Erfolg bejubeln.

Aber Martin Albertsen wehrt alle voreiligen Glückwünsche ab: Zwar hatte sein Pendant auf der NFH-Bank, Niels Agesen, am Sonntag artig gratuliert („Wir haben heute gegen die bessere Mannschaft verloren.“). Insgeheim jedoch rechnen er und seine Mannschaft natürlich immer noch mit dem Erreichen der beiden Finalspiele. Auf der Homepage der EHF wird allerdings der klare Sieg der Bietigheimerinnen als „schwere Niederlage für NFH“ bezeichnet und vorhergesagt, dass „die elf Tore ausreichen sollten, Bietigheim in seiner ersten Saison im EHF-Pokal im Finale wiederzusehen“.

Die Gastgeberinnen der SG BBM an Ostern haben bekanntlich zahlreiche dänischen und schwedische Nationalspielerinnen in ihren Reihen und sind auf jeder Position stark und doppelt besetzt. Doch ob es tatsächlich für NFH noch ins Finale reicht, bleibt abzuwarten. Wenn die Schützlinge von Martin Albertsen mit derselben Konzentration zu Werke gehen wie zuletzt in der MHPArena, dann könnten die Frauen der SG BBM Bietigheim indes tatsächlich ihren bisher größten Erfolg in ihrer Geschichte feiern – und ein Ende ist vorläufig nicht in Sicht.

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