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Das Topspiel zum Jahresauftakt

Der erste Spieltag nach der EM-Pause hat es für die Männer der SG BBM Bietigheim in sich. Der Tabellenzweite der 2. Liga verteidigt am Freitag (19.30 Uhr, EgeTrans Arena Bietigheim) gegen den Sechsten HSC 2000 Coburg seinen Platz an der Sonne.

So richtig verdrängt werden können die Männer um SG BBM-Kapitän Patrick Rentschler an diesem zweiten Rückrundenspieltag noch nicht von ihrem Platz hinter Tabellenführer Bergischer HC. Nach einem furiosen Endspurt 2017 mit fünf Siegen in Folge stehen drei Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger VfL Lübeck-Schwartau zu Buche. Dennoch geht es für beide Teams am Freitag um ziemlich viel. Bundesliga-Absteiger Coburg will den Anschluss an die Aufstiegsplätze nicht abreißen lassen. Und weil man auch in Bietigheim ganz genau weiß, wie wichtig ein positiver Auftakt in die Rückrunde sein kann, hofft die heimstarke SG BBM am Freitag auf lautstarke Unterstützung von den Rängen. „Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir uns gegen jeden Gegner in der Liga behaupten“, sagt der Kapitän.

Fragen nach der Tabellensituation werden in Bietigheim routiniert abgewehrt. „Ich weiß gar nicht, wo wir stehen oder der HSC Coburg“, bemerkt Rentschler und man weiß nicht, ob da ein Augenzwinkern im Spiel ist oder nicht. „Wir werden wie immer mit voller Konzentration die nächste Aufgabe angehen und versuchen die bestmöglichste Leistung abzurufen und das Spiel zu gewinnen.“ Das letzte Testspiel gegen FrischAuf Göppingen, das der Zweitligist nach guter Leistung nur knapp mit 32:35 abgegeben hatte, sorgt für einen zusätzlichen Motivationsschub und ein positives Gefühl nach der über sechswöchigen Spielpause.

„Das war ein guter Test gegen einen guten Gegner“, sagt Hartmut Mayerhoffer. Auch wenn sein Team für seinen Geschmack zu viele Gegentreffer hinnehmen musste. „Angriff war ok, doch wir wollten in dem Härtetest schon einen stärkeren Fokus auf die Abwehr legen.“ Deshalb baut einer der Schwerpunkte in dieser Woche auf der Defensivarbeit, in der Mayerhoffer einen entscheidenden Schlüssel auch für das Spiel gegen Coburg sieht. „Wir müssen hinten besser stehen als im Hinspiel.“

Ein wenig wurmt noch die 27:33-Niederlage am zweiten Spieltag in Coburg, bei der ausgerechnet der Ex-Bietigheimer Jan Kulhanek im Tor der Franken der SG BBM in der Schlussphase den Zahn zog und zusammen mit den beiden zehnfachen Torschützen Tobias Varvne und Florian Billek zum Matchwinner wurde. Coburg hängt aktuell seinen ehrgeizigen Saisonplänen noch etwas nach, auch weil auswärts die Bilanz mit 8:10 Punkten eher durchwachsen ist. Die Rückkehr in die 1. Liga soll in diesem Jahr, jedoch spätestens in der kommenden Runde unter Dach und Fach sein. Mit aktuell sieben Punkten Rückstand auf die SG BBM wird das Nahziel zwar nicht als unlösbar, jedoch zumindest als hoch gefährdet eingestuft. „Unbestritten ist die Partie ein wichtiger Baustein und Höhepunkt. Wir wollen unseren guten Start in die Rückrunde mit dem Heimsieg gegen Lübeck in Bietigheim fortsetzen", wird HSC-Coach Jan Gorr zitiert.

Von den aktuellen Verletzungsproblemen wollen sich die Franken nicht aus dem Tritt bringen lassen. Neben den Langzeitverletzten Tom Wetzel und Girts Lilienfelds fällt im Rückraum aktuell auch Neuzugang Petr Linhart nach einem Kreuzbandriss bis zu Saisonende aus. Immerhin sind Torsteher Oliver Krechel und Mittelmann Tobias Varvne wieder mit dabei. Der Schwede Varvne ist mit seinen 75 Saisontoren bester Feldtorschütze beim Bundesliga- Absteiger. Freuen dürfen sich die Handballfans in Bietigheim auch auf ein Wiedersehen mit Rückraum-Kanonier Romas Kirveliavicius. Der österreichische Nationalspieler, in der Erstligasaison 2014/15 bei der SG BBM aktiv, spielte die EM in Kroatien und ist vor wenigen Wochen erstmals Vater geworden.

Praktisch ohne Verletzungssorgen geht dagegen der Tabellenzweite am Freitag an den Start. Auch Kreisspieler Panagiotis Erifopoulos, der gegen FrischAuf Göppingen nach einer Schulterverletzung noch pausierte, mischt in der Trainingswoche wieder kräftig mit. „Ob er am Freitag spielen kann, das muss erst noch ein Härtetest zeigen“, schränkt Mayerhoffer ein.

Bericht: Bernhard Gaus

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